Zum Inhalt springen

Raus aus den AI Overviews? Neuer Schalter in der Search Console

Seit Ende August 2026 kann jede Website in der Google Search Console festlegen, ob ihre Inhalte in AI Overviews und AI Mode erscheinen. Wer seine Website ausschließt, verschwindet aus den KI-Antworten.

Am 3. Juni 2026 hat Google eigene Leistungsberichte für generative KI-Funktionen in der Search Console angekündigt – zunächst im Test mit einem Teil der Websites. Dazu kommt eine Einstellung, mit der Website-Betreiber ihre Inhalte aus diesen Funktionen ausschließen. Laut Search-Console-Hilfe stehen Bericht und Einstellung seit dem 31. August 2026 allen Websites weltweit zur Verfügung.

Die Einstellung betrifft drei Oberflächen: AI Overviews, AI Mode und die generativen KI-Funktionen in Google Discover. Google kündigt an, die Liste mit der Weiterentwicklung der Suche fortzuschreiben.

Drei Optionen, eine Voreinstellung

Die Einstellung liegt in der Search Console unter Einstellungen › Search generative AI. Zur Wahl stehen drei Optionen.

Einschließen: Inhalte können in den KI-Funktionen erscheinen – als Link und als Grundlage für die generierte Antwort. Das ist die Voreinstellung für alle Properties.

Ausschließen: Inhalte werden in diesen Funktionen weder angezeigt noch verlinkt noch zur Erzeugung von Antworten herangezogen. Impressionen und Traffic aus den KI-Funktionen entfallen.

Von übergeordneter Property übernehmen: Eine untergeordnete Property folgt der Einstellung ihrer übergeordneten Property. Das ist die Voreinstellung, sobald es eine solche gibt.

Wer nichts tut, bleibt also drin – solange keine übergeordnete Property auf „Ausschließen“ steht. Die Vererbung lässt sich gezielt durchbrechen: Ein Verzeichnis, das als eigene Property angelegt ist, kann eine andere Einstellung erhalten als die Domain darüber.

Eine Änderung braucht laut Google in der Regel einige Tage. Inhalte werden ein bis zwei Tage nach Aktivierung ausgeschlossen, einzelne wegen Caching und Verteilung über Googles Systeme auch später.

Was der Schalter regelt – und was nicht

Der Schalter hat einen eng begrenzten Wirkungsbereich. Google stellt auf der Hilfeseite drei Punkte klar. 

  • Erstens: Die Einstellung ist kein Ranking- oder Aufnahmesignal für die übrige Suche. 
  • Zweitens: Sie betrifft nicht das Training von KI-Modellen. 
  • Drittens: Wer Seiten ganz aus der Google-Suche nehmen will, braucht weiterhin noindex. 

Zudem können ausgeschlossene Inhalte weiterhin genutzt werden, um die Suche insgesamt zu verbessern – etwa beim Verständnis von Sprache in Suchanfragen und auf Seiten.

Wer verhindern will, dass Google Inhalte für das Training seiner Gemini-Modelle nutzt, braucht ein anderes Werkzeug: den Token Google-Extended in der robots.txt. Laut Googles Crawler-Dokumentation regelt er das Training künftiger Gemini-Modelle und das Grounding in Gemini Apps und Vertex AI – nicht aber die Anzeige in der Google-Suche. Einen Überblick über solche Steuerungsinstrumente gibt unser Beitrag llms.txt liest niemand: Was KI-Crawler wirklich auswerten.

Wer abschaltet, räumt das Feld

Der entscheidende Satz steht in Googles Hilfe zum Opt-out: Schließt eine Website sich aus, bleiben die Inhalte anderer Websites in den KI-Funktionen verfügbar – und diese können den eigenen ähneln.

Der Vergleich der beiden Optionen zeigt, was sich ändert – und was nicht.

 Einschließen (Standard)Ausschließen
Link in AI Overviews, AI Mode und Discover-KImöglichnein
Inhalte als Grundlage für KI-Antwortenmöglichnein
Impressionen und Traffic aus diesen Funktionenmöglichkeine
Inhalte anderer Websites in den Antwortenjaja
Klassische Suche (Aufnahme, Ranking)unverändertunverändert
KI-Trainingnicht betroffennicht betroffen

Das verschiebt die Frage. Ob ein Thema in einer KI-Antwort erscheint, entscheidet nicht der einzelne Betreiber. Er entscheidet nur, ob seine Seite dabei als Quelle auftauchen kann. Wer abschaltet, verhindert die Antwort nicht. Er verhindert nur den eigenen Link darin. Erscheint eine Antwort, stützt sie sich auf andere Quellen – auf die Seiten derer, die den Schalter nicht umgelegt haben.

Unsere Haltung: In aller Regel will man in den AI Overviews vorkommen. Ein Unternehmen, das dort zu seinem Fachgebiet als Quelle genannt wird, ist sichtbar. Ein Unternehmen, das sich ausschließt, überlässt diese Sichtbarkeit dem Wettbewerb. Wer den Schalter umlegt, sollte einen konkreten Grund haben – und wissen, dass der Platz neu besetzt wird.

Der Report zeigt, was man aufgeben würde

Der neue Leistungsbericht zählt Impressionen: wie oft Links zur eigenen Website in AI Overviews und AI Mode angezeigt wurden. Auswerten lässt sich das nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitraum. Ein eigener Bericht deckt die KI-Funktionen in Discover ab. Fehlt der Bericht in einer Property, kann das laut Google auch an zu wenigen Impressionen in den KI-Funktionen liegen.

Zwei Details sind für das Lesen der Zahlen wichtig. Im Diagramm werden Impressionen pro Property zusammengefasst: Erscheinen zwei Links derselben Website in einer KI-Antwort, zählt das als eine Impression. Und die Daten sind nicht neu. Sie stecken bereits im regulären Leistungsbericht der Websuche. Neu ist die getrennte Sicht darauf.

Klicks, Klickrate oder Suchanfragen führt die Hilfeseite für diesen Bericht nicht auf. Weitere Kennzahlen nennt Google nur als mögliche künftige Ergänzung. Eine Traffic-Rechnung erlaubt der Bericht damit nicht. Was er zeigt, ist Sichtbarkeit – und genau die fällt mit einem Opt-out weg. Wer über den Schalter nachdenkt, findet im Report also die Antwort auf eine Frage: Wie viel Sichtbarkeit würde man abgeben?

Quellen

AI-Insights